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Die Einsatzeinheit Vorwort Es
entspricht dem Selbstverständnis des Deutschen Roten Kreuzes, dass alle
seine aktiven Helferinnen und Helfer im Zivil- und Katastrophenschutz
mitwirken. Wenn Menschen in Not geraten sind und ein behördlicher Auftrag
nicht ergeht oder ergehen kann, wird das Deutsche Rote Kreuz auch aus
eigener Initiative tätig. Präsidium
und Präsidialrat des DRK haben am 08.10.1992 – in logischer Konsequenz
zu den im "Positionspapier des DRK zur Mitwirkung im Zivil- und
Katastrophenschutz" erhobenen Forderungen- die Aufstellung von
multifunktionalen Einsatzeinheiten auf der Grundlage der
Katastrophenschutz–Vorschrift des DRK und eines neu erstellten Stärke
und Ausstattungs-Nachweises beschlossen. Damit
verfügt das DRK flächendeckend über ein Hilfeleistungssystem, welches
bei Schadenereignissen jeder Größenordnung schnell und flexibel in der
Lage ist, abgestimmt auf die bereits bestehenden Strukturen des
Rettungsdienstes und der Feuerwehren, den betroffenen Menschen gezielt zu
helfen. Das DRK wird damit den veränderten Anforderungen gerecht, die
sich aus Schadenereignissen ergeben, wie sie in einer modernen
Industriegesellschaft möglich sind. In
seiner Eigenschaft als die nationale Rotkreuzgesellschaft der
Bundesrepublik Deutschland erfüllt das Deutsche Rote Kreuz damit außerdem
die Verpflichtungen, die es durch die Anerkennung der Bundesregierung und
des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) übernommen hat. Unabhängig
davon wird mit Nachdruck auf die Verpflichtung von Bund, Länder und
Gemeinden hingewiesen, den Schutz der Bevölkerung in Notzeiten zu gewährleisten.
Die Aufstellung und Vorhaltung von Einsatzeinheiten des DRK sind ein
partnerschaftlicher Beitrag dazu. Bonn,
im Juni 1995 Prof.
Dr. Dr. h.c. Knut Ipsen Präsident des Deutschen Roten Kreuzes
Die Situation in Lippe.... Das Deutsche Rote Kreuz Kreisverband Lippe unterhält insgesamt vier Einsatzeinheiten. 3 normale Einheiten und die Bezirksreserve Detmold 04 für die überörtliche Hilfe. Alle
Einsatzeinheiten in NRW (EE) unterteilen sich in vier Komponenten: · Einen Führungstrupp
· Eine Sanitätskomponente (die ehemaligen
Katastrophenschutz- Sanitätszüge)
· Eine Betreuungskomponente (die ehemaligen Betreuungszüge)
· Eine Gruppe Technik und Sicherheit
Wir, der DRK OV Blomberg bilden zusammen mit dem OV Lage die Bezirksreserve Detmold 04.
In diesem Rahmen
stellen wir den Führungstrupp, die Sanitätsgruppe und die Gruppe Technik und Sicherheit,
Unser Einsatzgebiet
erstreckt sich als überörtliche Hilfe auf ganz NRW und evtl.
Niedersachsen. Aber auch innerhalb von Lippe können wir eingesetzt
werden. Somit ist
unser Einsatzgebiet sehr weitläufig, was teilweise zu langen
Anfahrtszeiten zur Einsatzstelle führt.
Die
Einsatzeinheit... Aufgrund der notfallmedizinischen Entwicklung des Rettungsdienstes haben sich die Aufgabenstellungen des Sanitätsdienstes in den vergangenen Jahren geändert. Bei Ereignissen mit Personenschaden wird die Rettungsleitstelle je nach dem Ausmaß der Schadenslage (entsprechend den festgelegten Alarmierung- und Einsatzvorgaben) alle zur Verfügung stehenden eigenen Rettungsmittel, ggf. Rettungsmittel benachbarter Rettungswachen und den Luftrettungsdienst alarmieren und einsetzen. Es ist davon auszugehen, dass die primäre Versorgung von Verletzten durch rettungsdienstliches Personal begonnen wird. Ein ,,Leitender Notarzt, (LNA) hat die medizinische Einsatzleitung und bestimmt mit dem Organisatorischen Leiter (OrgL.) den Einsatz der Rettungsmittel. Ab einer gewissen Schadensgröße werden Einsatzeinheiten der verschieden Hilfsorganisationen hinzugezogen. Sie dienen der Verstärkung und zur Entlastung des Regelrettungsdienstes. Im Einsatzfall können 2
Einsatzeinheiten zusammen mit Kräften anderer Organisationen einen
Behandlungsplatz für 50 Verletzte oder autark einen
Betreuungsplatz für 500 Menschen aufbauen und unterhalten. aber auch ein
Einsatz im Transport ist möglich. Hierzu gibt es z.B. den
Patientransportzug für 10 Verletzte (PTZ10) für den wir ebenfalls
Material und Personal stellen.
Aufgaben unserer
Einsatzeinheit... Wir... führen dringend benötigtes Material wie Tragen, Decken,
Infusionen, Sauerstoffgeräte, Verbandstoffe usw. an die Einsatzstelle und
unterstützen die Notärzte und das Rettungsdienstpersonal helfen, soweit notwendig, bei der Versorgung der
Verletzten (Herstellen und Aufrechterhalten der Transportfähigkeit) schaffen - je nach Notwendigkeit- die erforderlichen
Infrastrukturen an der Einsatzstelle durch Einrichten eines Verbandplatzes suchen ggf. Verletzte und führen deren Erstversorgung
durch übernehmen erstversorgte Verletzte, z.B. von Verletztenablagen und bringen diese zum Behandlungsplatz versorgen und betreuen Verletzte und Kranke bis zu deren
Abtransport in die Klinik versorgen die leicht verletzten Betroffenen und sorgen so
für eine Entlastung des Rettungsdienstes, der Notärzte und der Krankenhäuser übernehmen die medizinische Versorgung kontaminierter
Verletzter und führen die behelfsmäßige Dekontamination durch nehmen unverletzte Betroffene in
Obhut und betreuen
diese ggf. bis zur Übergabe an die Betreuungsgruppe sorgen für die Registrierung und Dokumentation
Die Ausbildung unseres Personals in der Sanitätskomponente
der Einsatzeinheit Die
Ausbildung muss dem Aufgabenspektrum und dem multifunktionalen Charakter
der Einsatzeinheit entsprechen und wird modular aufgebaut. Fachliche
Grundausbildung
Alle
Helferinnen und Helfer der Einheit erhalten im Bereich des Sanitats -,
Betreuungs- und Technischen Dienstes eine überschaubare Grundausbildung.
Dies sind die Sanitätsausbildung (San A), die Betreuungsausbildung, die
Grundausbildung in Technik und Sicherheit, sowie Einsatztaktik, Zivil- und
Katastrophenschutz. Diese Ausbildung befähigt zur Mitwirkung an allen
Aufgaben der Einsatzeinheit. Fachdienstausbildung Zur
weiteren fachlichen Qualifikation absolvieren die Helferinnen und Helfer
ihre Sanitätsausbildung (früher San B und C). So ist es unser Ziel, dass
alle Helfer nachher Rettungshelfer sind. Einige arbeiten sogar
hauptberuflich im Rettungsdienst bzw. haben rettungsdienstliche Erfahrung.
So haben wir auch einige Rettungssanitäter und Rettungsassistenten. Einer
von ihnen hat auch die Ausbildung zum Lehrrettungsassistenten und Org.
Ltr. Rettungsdienst. Zusatzausbildung Je
nach vorgesehener Verwendung sind Zusatzausbildungen, z.B. für
Sprechfunker, Kraftfahrer, Gefahrschutzhelfer etc. notwendig.
Personalstärke und Ausstattung Die
Mindestpersonalstärke der gesamten Einsatzeinheit beträgt nach Vorgaben
vom Generalsekretariat 30 Einsatzkräfte, nach Vorgaben des
Landesverbandes Westfalen-Lippe 33 Einsatzkräfte. Wir halten vom
Ortsverein jedoch für die Komponenten Führung, Sanitätsdienst, Technik
und Sicherheit 44 Einsatzkräfte vor. So liegen wir deutlich über den
verbandsinternen Vorgaben und können zu jeder Tageszeit in voller Stärke
ausrücken. Zu
jeder Einsatzeinheit gehört ein Arzt. Der Arzt muss die Qualifikation zum
Notarzt (, ,Fachkundenachweis Rettungsdienst") besitzen. Diese
Aufgabe erfüllt derzeit unser Gemeinschaftsarzt. Eine personelle
Zweitbesetzung der Einsatzeinheit ist mindestens zu gewährleisten. Untersuchungen
von Schadenereignissen unterhalb der Katastrophenschwelle in den
vergangenen Jahren haben gezeigt' dass es in kürzester Zeit zu einer großen
Zahl hilfsbedürftiger -verletzter und unverletzter - Personen kommt. Der
Rettungsdienst konzentriert sich vorrangig auf die Versorgung von
Notfallpatienten und deren Transport in die Kliniken. Unverletzte
Betroffene oder Angehörige von Verletzten werden gar nicht oder nur
unzureichend betreut. Dafür kann dann die Betreuungskomponente der
Einsatzeinheit alarmiert werden. Aber auch hier können wir
durch unsere Personalstärke der Sanitätskomponente wieder unterstützend
tätig werden, falls aufgrund von langen Anfahrtszeiten zu Verzögerungen
kommt. Da
der Rettungsdienst prinzipiell (entsprechend der DIN) für den
individuellen Notfall ausgestattet ist, reicht die Ausstattung eines RTW
oder KTW in der Regel nur für die Versorgung eines Notfallpatienten aus.
Insbesondere mangelt es bei einem Massenanfall von Verletzten an Material,
wie Tragen, Decken Infusionen, Medikamenten, Ruhigstellungsmaterial und
Sauerstoff. Außerdem verfügt der Rettungsdienst über keinerlei Möglichkeiten
bei schlechter Witterung z.B. einen überdachten Verbandplatz (Zelt) oder
bei Dunkelheit Beleuchtung zu schaffen. Zusammenarbeit innerhalb der Einsatzeinheit Die
Helferinnen und Helfer der Sanitäts - und der Betreuungsgruppe unterstützen
sich gegenseitig. Dadurch können die Versorgungskapazitäten erhöht
werden. Die
Gruppe Technik und Sicherheit gewährleistet die bedarfsgerechte Unterstützung
der anderen Gruppen, so dass auch bei widrigen äußeren Bedingungen -
durch den Aufbau von Zelten und durch die Einrichtung von Beleuchtung und
Heizung die Versorgungsmöglichkeiten an der Einsatzstelle entscheidend
verbessert werden können. Bei
besonderen Schadenlagen müssen ggf. vorübergehend spezielle Trupps
gebildet werden. Beispielsweise wird bei chemischen oder radiologischen
Gefahren und zur Personendekontamination ein Trupp aus den
Gefahrschutzhelfern der Teileinheiten gebildet. Einsatzanlässe und Einsatzmöglichkeiten Prinzipiell
sind drei Anlässe für Einsätze der Einsatzeinheit vorgesehen. Dabei
wird von einer gemischten Aufgabenstellung (Sanität und Betreuung), je
nach Einsatznotwendigkeit ausgegangen. Einsatz
unterhalb der Katastrophenschwelle Bei plötzlich eintretenden Schadenereignissen unterhalb der Katastrophenschwelle im Stationierungsbereich der Einsatzeinheit kann das Schadenereignis mit den örtlich zur Verfügung stehenden Kapazitäten des Rettungsdienstes und der Einsatzeinheiten bewältigt werden. Für solche Schadenereignisse sind die Einsatzeinheiten in die Alarmierungs- und Einsatzplane der Leitstellen aufzunehmen. Katastropheneinsatz Bei
einer Katastrophe wird die Einsatzeinheit im allgemeinen von Führungsorganen
der Behörden angefordert und im Rahmen der Führungsstrukturen des
Katastrophenschutzes eingesetzt. Die Einsatzeinheit wird alarmiert, in
geschlossener Form einsatz- und marschbereit gemacht und in ein
Schadengebiet, ggf. in einen Bereitstellungsraum geführt. Ist das
Potential an Einsatzeinheiten im eigenen Kreis oder Stadtgebiet erschöpft,
ist auf Einsatzeinheiten benachbarter Kreise bzw. Bezirksresevenvzurückzugreifen.
Insbesondere
dann, wenn die Zahl der Betroffenen so groß ist, dass die
Einsatzeinheiten einer Region oder gar eines Bundeslandes nicht
ausreichen, um allen Betroffen helfen zu können und/ oder wenn sich ein längerer
Einsatz abzeichnet, kann der DRK - Hilfszug (derzeit unterhält das
Deutsche Rote Kreuz 10 Hilfszugabteilungen) zur Verstärkung und ggf.
Ablosung der Einsatzeinheiten eingesetzt werden. Jede Hilfszugabteilung
ist für die Versorgung von 3000 Personen ausgelegt. Eine zeitliche
Einsatzbegrenzung besteht bei entsprechendem Materialnachschub und
Personalablösung dann nicht mehr. Disponierbarer
Einsatz Die Einsatzeinheit kann auch im Rahmen geplanter und vorzubereitender Einsätze, z.B. zur Evakuierung von Gebäuden, bei Sanitäts- oder Betreuungseinsätzen bei Großveranstaltungen (Wilbaser Markt, Osterräderlauf Lügde), bei sich entwickelnden Katastrophenlagen wie Hochwasser, Bränden o.a. tätig werden. Der Einsatz erfolgt hierbei entweder aus eigener Initiative des DRK oder in behördlichem Auftrag. Da wir ehesten von solchen Einsätzen der Einsatzeinheit (alleine) ausgehen, führen wir für diesen Fall regelmäßig Übungen durch. Erstellt:
Lars Riemeier 09/2001 letzte Überarbeitung: Schulz 08/2011 |